Ehrenamtler im März – Thomas Dallmeier

Wat meinste wat wir hier dran verdienen? Nichts! Das ist unser Therapiezentrum.

Thomas Dallmeier

Wir haben uns mit Thomas an einen Tisch gesetzt, weil wir mehr erfahren wollten. Über seine Arbeit im Verein, über ihn als Person und wie alles angefangen hat. Unser Stickerstar Nico, der früher selbst beim SV Raadt kickte, hat deshalb ein Interview mit Thomas geführt. Beim Gespräch wurde schnell klar, dass Thomas Dallmeier ein Mann mit Herz ist. Einem sehr großen Herz. Selbstverständlich bediente er während des Interviews weiter aus der Kaffeebude. Er ist einfach immer für seinen Verein da, selbst während eines Interviews gibt es für ihn keinen Grund die Arbeit niederzulegen. Aber wie wurde Thomas eigentlich zum Trainer und zur guten Seele des Vereins? Eine lange Krankheit zwang ihn damals seine eigene aktive Zeit als Spieler zu beenden. Beim Fußball bleiben wollte er trotzdem und übernahm schließlich die E-Jugend. Eine Entscheidung, die er nie bereut hat. Zu dieser Zeit, so Thomas, gab es niemanden, der sich Verantwortlich gefühlt hat. Alles ging irgendwie seinen Gang.

„Das hab‘ ich alles nicht mehr eingesehen, dann hab‘ ich gesagt so jetzt machen wir das mal ordentlich.“

Thomas Dallmeier 

Sein Ehrenamt

Jedes Kind hat ein Anrecht drauf, Fußball zu spielen. Ist mir egal, wo die herkommen.

Thomas Dallmeier

Ausüben kann er das Ganze nur, weil er mittlerweile selbst Rentner ist und so die Zeit in den Verein stecken kann, die benötig wird, um ihn jeden Tag ein bisschen besser zu machen. Wie die meisten von uns hat Thomas so auch einen Full-Time-Job. Jedoch mit einem kleinen Unterschied – er ist unbezahlt! Unterstützung zu finden ist für ihn deshab extrem schwer:„Es werden leider immer weniger Leute, die was tun wollen, aber alle haben ’ne große Schnauze.“ Uns fällt auf, wie stolz Thomas ist. Auf seinen Verein, seine Arbeit und wie er sich an den kleinen Dingen des Vereinslebens erfreut. Wie zum Beispiel daran, dass ihn alle Bambinis kennen und abklatschen, wenn sie ihn sehen. Wenn es um Kinder geht, und somit auch um den Vereinsnachwuchs, wird Thomas ganz emotional und erzählt, wie wichtig es für ihn ist, dass Kinder weg von der Straße und in seinen Verein kommen. Woher jemand kommt ist und war ihm schon immer egal, denn einzig die Liebe zum Sport und der Zusammenhalt zählen im Verein.

Sein Engagement

Dass Thomas das Herz am rechten Fleck hat, muss er niemandem mehr beweisen, denn das ist mehr als klar. Als vor einigen Jahren ein Kind aus dem Verein bei einem Verkehrsunfall schwer verletzt wurde, zeigte sich Thomas von Beginn an sehr betroffen. Er besuchte das Kind regelmäßig und stand in ständigem Kontakt mit den Eltern. Für ihn war es von vorn herein klar, dass er eine Benefizveranstaltung organisieren würde, um der Familie und vor allem dem Kleinen zu helfen. Er setzte alle Hebel in Bewegung und organisierte schließlich DIE Benefizveranstaltung in ganz NRW. Die angepeilte Summe war schnell erreicht und am Ende wurden die Erwartungen sogar mehr als übertroffen – sein Engagement zahlte sich also verdient aus! Das ist aber nur eine seiner vielen Herzensangelegenheiten. Außerdem hat Thomas es möglich gemacht auch Mädchenmannschaften im Verein zu schaffen. Während er von ihnen spricht, ist der Stolz unüberhörbar – er nennt sie liebevoll „meine Mädchen“. Er berichtet von ihrem phänomenalen Zusammenhalt untereinander und davon, dass sie regelmäßig die Siege nach Hause bringen – seine Mädchen eben. Wir sind tief beeindruckt von seiner Leidenschaft für den Verein und von der Arbeit, die er Tag für Tag leistet!

„Ich bin wie ein Kleinkind, wenn ich ins Stadion gehe.“

Thomas Dallmeier

Die Liebe zum Fußball

Thomas fühlt sich für den Verein verantwortlich und erfüllt so eine Position, die lange Zeit unbesetzt war. Er ist die gute Seele im Verein und hat für jeden ein offenes Ohr. Die familiäre Atmosphäre ist das, was ihm so besonders wichtig ist. Er weiß aber auch, dass es im Vereinssport auch immer um Leistung geht. Zur Philosophie des Vereins sagt er: „Wir stellen auf Leistung um, aber der Breitensportgedanke muss an Nummer 1 stehen.“ Den Spaß soll im Verein nie jemand verlieren, denn davon lebt der Verein.

Thomas selbst ist durch und durch Schalke-Fan. Begeistert erzählt er uns von der Saison ’97, bei der er beim Uefa Sieg von Schalke bei JEDEM Spiel war – bei J-E-D-E-M! Die Saison hat ihn gut Geld gekostet aber das hat sich gelohnt, wie Dallmeier betont. Echte Fanliebe kennt eben keine Grenzen – Thomas ist der Beweis dafür. Immer, wenn er von Schalke erzählt kommen ganz viele Erinnerungen und Emotionen in ihm hoch, die er mit seinem Verein verbindet. Bei so viel Vereinsliebe überrascht es uns nicht, als wir erfahren, was Thomas‘ erstes Wort war: „Das erste Wort, was ich konnte war Schalker.“

Die Überraschung

Es war für uns also kinderleicht herauszufinden, womit wir Thomas eine Freude machen könnten – mit Karten für Schalke natürlich! Wir schenkten ihm 2 Karten für das nächste Spiel und kümmerten uns an diesem Tag um alles. Er und seine Begleitung – sein stellvertretender Jugendleiter- wurden mit dem Taxi abgeholt und zum Spiel gefahren. Außerdem steckten wir Thomas ein kleines Taschengeld zu, denn zu einem guten Stadionspiel gehören eben auch Bier und die ein oder andere Stadionwurst. Thomas hat in der Vergangenheit so viel geleistet und so viele Menschen glücklich gemacht, dass es uns eine extreme Freude war, ihm selbst endlich eine Freude machen zu dürfen. Nochmal: Herzlichen Glückwunsch, Thomas! Schön, dass es Menschen wie dich in Deutschlands Sportvereinen gibt! Zum Abschluss bedankt sich Thomas bei allen Ehrenamtlern des SV Raadt, ohne die das alles nicht möglich wäre und ganz besonderes bei seiner Frau!