Rotschi? Bitte was?

Gundolf Nohe, wie er eigentlich heißt, aber von niemandem genannt wird, ist seit über 30 Jahren bei TSV Frankonia Höpfingen nicht mehr wegzudenken. Er gehört dort hin, wie das Runde ins Eckige. Wenn wir über rotschi reden, müssen wir aber erst mal die Herkunft seines Namens klären. Die ist nämlich genauso interessant wie rotschi selbst: „Mein Vater war hier bis zur Pensionierung Ratschreiber. So etwas wie der Innendienstleiter der Gemeinde. Durch den baden-württembergischen Dialekt wurden dann irgendwann Rotschreiber daraus, was sich später dann zu rotschi entwickelte.“

 

Die gute Seele von Frankonia

Es geht immer weiter. Eine Niederlage ist kein Weltuntergang.

Rotschi über sein Lieblingsmotto

TSV Frankonia Höpfingen ist mit 1300 Mitgliedern (bei 2500 Einwohnern!!) ein ziemlich großer Verein. Rotschi ist seit 1984 als Abteilungsleiter am Ball. Seit 2004 wird die Abteilung rührend durch Uwe Todtenhaupt und Meik Böhrer geführt. Dass Rotschi ein vielseitig einsetzbares Talent ist, beweist er schon mindestens genauso lange. Egal, ob schreiben, singen oder moderieren – Rotschi kennt sich aus! Im Verein ist er weitestgehend für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Jeder Presseartikel, jeder Spielbericht wird an seinem Schreibtisch – und an seiner Schreibmaschine geschrieben. Der selbsternannte „Stadionkaspar“ glänzt aber auch in anderen Bereichen. Seit Jahren organisiert er „Kinder, Keks und Kaba“ als Programmteil des 4-tägigen Sportfestes – eine große Sache! Dabei ergänzt er gern das vierte K für Kaschpar. Das Fest, mit riesen Festzelt, und 1000 Besuchern, ist über die Jahre zu einem kleinen, großen Dorfspektakel geworden. „Kinder, Keks und Kaba“ findet immer unter einem bestimmten Motto statt, das den Kindern noch mal mehr Freude bringen soll. Auf dem kompletten Sportplatz sind dann verschiedene Stationen mit Spielen zu finden, bei denen sich die Kids auspowern und danach – natürlich bei Kaba und Keksen- stärken können.

Kein Job, sondern eine Aufgabe

Rotschi gibt täglich alles für seinen Verein, denn der ist weit mehr als ein Job. Rotschi hat eine Aufgabe. Mit seiner Arbeit bereichert er nicht nur den Verein, sondern sorgt auch dafür, dass es schon den kleinsten Vereinsmitgliedern gut geht und sie Spaß am Sport haben. TSV Frankonia Höpfingen ist bei weitem nicht nur ein Ort, an dem Sport getrieben wird. Hier werden neue Freundschaften geschlossen, tagtäglich Kontakte gepflegt und vor allem: Die gemeinsame Sport-Leidenschaft gelebt!

Wir sind tief beeindruckt von rotschis Engagement, denn er zeigt uns, wie viel man durch Einsatz bewirken kann. Jedes Wochenende sitzt er bis zu 10 Stunden an seinem Schreibtisch, um Recherchearbeit für Spielberichte zu betreiben. Ein großer Aufwand, der es rotschi aber mehr als Wert ist.

Rotschi ist auch ein gutes Beispiel dafür, dass ungeplante Dinge oft zu den Besten werden. Die heißbegehrte Stadionzeitung, die mittlerweile schon in der 524. Ausgabe erschienen ist, sollte es eigentlich gar nicht geben. Doch rotschi verlor eine Wette und schon war die Stadionzeitung geboren – sogar verlorene Wetten haben etwas Gutes!!

Frankonias Philosophie

Im Interview verrät uns rotschi, was seinen Verein so besonders macht und warum Frankonia weitaus mehr ist als ein Sportclub. „Wir wollen keinen großen Sponsor. Jeder kennt hier jeden und das soll auch so bleiben.“ Man merkt deutlich, dass rotschi mit Leib und Seele – mit ganz viel Leidenschaft eben – bei seinem Verein ist. Die familiäre Atmosphäre soll immer über dem Kommerz stehen, denn deswegen liebt die Dorfgemeinde ihren TSV Frankonia Höpfingen so sehr! Es gibt da noch einen Punkt, der rotschi und seinem Verein besonders am Herzen liegt: Fairness. Beim TSV Frankonia Höpfingen soll es kein gemeines Konkurrenzdenken geben. Um ein Zeichen zu setzen, bekommt die Gastmannschaft auf dem TSV Frankonia Höpfingen-Platz sogar Rabatt auf Bratwurst und auf die Kästen Bier. Wenn das mal nicht eine wundervolle Geste ist!

Natürlich hat rotschi auch noch seine ganz persönlichen Vereinsfavoriten, die er gerne anfeuert und das sind: Union Berlin, St. Pauli und Freiburg.